Der dunkelste Teil der Geschichte Sansibars
Zwei Statuen mit Ketten um den Hals –
Sklaven.
Das Denkmal in der Hauptstadt – eine rechteckige betonierte Grube mit 5 aneinandergeketteten Statuen – erinnert an den Sklavenhandel, dessen zentrale Drehscheibe Sansibar im 18. und 19. Jahrhundert war. Die geografische Lage – eine relativ leicht kontrollierbare Insel vor dem afrikanischen Kontinent, gut erreichbar sowohl aus Arabien als auch aus Indien – prädestinierte Sansibar als Handelszentrum. Als Anfang des 18. Jahrhunderts der Sultan von Oman die Herrschaft übernahm, wurde der Handel mit Sklaven wichtigster Macht- und Wirtschaftsfaktor. Die Sklaven wurden auf dem Festland gefangen und nach Sansibar gebracht. Von hier aus wurden sie in den arabischen und persischen Raum verkauft. In manchen Jahren wurden 60.000 Sklaven durch Sansibar geschleust.
Die Sklaverei war brutal und grausam. 1873 wurde sie in Sansibar von der Kolonialmacht England verboten. Dr. David Livingstone hat mit seinen schockierenden Berichten bei der britischen Regierung wesentlich zur Abschaffung beigetragen. Nach dem Verbot ging der Sklavenhandel 25 km nördlich der Hauptstadt buchstäblich im Untergrund weiter, allerdings in geringerem Umfang.
Das Denkmal steht an dem Platz, an dem zuletzt der Sklavenmarkt war. Man kann hier auch einen Raum besichtigen, in dem die Sklaven eingesperrt waren. Wobei "Raum" lediglich im geometrischen Sinn zu verstehen ist, nicht als Zimmer oder auch nur Gefängniszelle. Es sind zwei niedrige Kammern, lediglich einen guten Meter hoch, dunkel, drei Schlitze lassen kaum Licht und Luft herein. Die neu angekommenen Gefangenen wurden hier hineingestopft, tagelang bekamen sie kaum Wasser und Essen. Dass die Schwachen dabei umkamen, war gewollt. Der Besuch dieser Kammern war, obwohl sie heute beleuchtet, sauber und leer sind, ein bedrückendes Erlebnis.
Sklaverei heute
1981 wurde im letzten Land der Welt die Sklaverei verboten. Nirgendwo mehr ist es legal, Menschen zu besitzen. Dennoch werden heute mehr Menschen wie Sklaven gehalten denn je zuvor. In Europa ist es hauptsächlich die Zwangsprostitution, bei der Menschen versklavt werden. Zahlenmäßig am höchsten ist die Sklaverei heute in Asien. Die Menschenrechtsorganisation Terre des hommes schätzt weltweit 12 Millionen, andere Organisationen sprechen von noch viel mehr.
Links (deutschsprachig):
Kompakter Artikel zur Geschichte der Sklaverei
Sklaverei heute - Auflistung und weiterführende Links bei Wikipedia
Artikel zur Sklaverei heute
Links (englischsprachig):
Bilder und Beschreibung der Gedenkstätte auf der Seite eines Hotels in Stone Town
Photo-Blog zur Gedenkstätte