In Hong Kong gibt es eineinhalb Straßenbahnlinien. Direkt im Zentrum verläuft die im Wesentlichen einzige Linie. Auf der
Website des Betreibers ist zwar die Rede von 6 Linien, in Wirklichkeit ist es aber eine, die unterschiedlich weit fährt. Lediglich zur Pferderennbahn gibt es eine nennenswerte Abzweigung. Das ist die Linie, die ich als halbe zähle.
Die Straßenbahnen werden als Doppeldecker geführt, wie die Busse, die man auch aus London kennt. Jede einzelne Garnitur ist relativ klein, dafür fahren sie sehr häufig. Tatsächlich kann es sein, dass wie hier auf dem Bild ziemlich viele Trams direkt hintereinander fahren. Lange warten braucht man nie. Wenn einmal eine übervoll ist, was gar nicht selten der Fall ist, nimmt man einfach die nächste oder übernächste.
Die Farben haben nichts mit den verschiedenen Linien zu tun. Die Bahnen sind fahrende Plakatwände und vollflächig mit Werbung versehen. Dadurch wird das Ganze sehr bunt.
Bemerkenswert ist das Bezahlsystem. Bargeld und Tickets gibt es zwar, praktisch alle zahlen aber mit der so genannten
Octotpus-Card, einer Plastikkarte in Scheckkartenformat mit einem RFID Chip drin. Diese Karte kann man mit Geld aufladen und dann bei den öffentlichen Verkehrsmitteln an ein Lesegerät halten. Der Betrag wird direkt von der Karte abgebucht. Bei U-Bahn und Zügen hält man die Karte auch beim Aussteigen ans Lesegerät, dann wird der entfernungsabhängige Tarif verrechnet.
Sehr praktisch ist das und deshalb setzt sich die Octopus Card auch jenseits der öffentlichen Verkehrsmittel als Zahlungsmittel durch. Auf der Karte werden alle Transaktionen gespeichert, an öffentlichen Terminals kann man das einsehen. Das macht die Benutzer/innen natürlich außerordentlich kontrollierbar. Die Standardkarte ist laut Aussage des Betreibers völlig anonym, da aber jede Karte eine Seriennummer hat und vor allem bem Aufladen der Karte vom Bankkonto aus eine Identifizierung möglich ist (sie wird angeblich nicht realisiert), bin ich persönlich skeptisch.